Die Fachinformation des Paritätischen Gesamtverbands fasst Ergebnisse einer Kurzinformation des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) zur gesundheitlichen Situation von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zusammen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der selbst eingeschätzte Gesundheitszustand von Zugewanderten im Lebensverlauf verändert und welche Rolle soziale Lage, Diskriminierung und Zugangsbarrieren spielen.
– datenbasierte Fachinformation mit Bezug auf wissenschaftliche Forschung – Fokus auf gesundheitliche Ungleichheit, Migration, sozioökonomische Faktoren und Diskriminierung im Gesundheitswesen – Grundlage sind Auswertungen des SVR-Integrationsbarometers 2024; veröffentlicht als SVR-Kurzinformation 2026-1
Den Beitrag findet ihr beim Paritätischen Gesamtverband.

Ausführlicher Inhalt
Die Fachinformation beschreibt den sogenannten Healthy-Migrant-Effekt: Menschen, die nach Deutschland zuwandern, schätzen ihren Gesundheitszustand in den ersten Jahren nach der Ankunft häufig besser ein als Menschen ohne Migrationshintergrund. Die Auswertung des SVR-Integrationsbarometers 2024 zeigt, dass dieser anfängliche Gesundheitsvorteil jedoch mit zunehmender Aufenthaltsdauer und im höheren Alter abnimmt.
Die Unterschiede werden vor allem mit sozialen und wirtschaftlichen Faktoren erklärt. Menschen mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt häufiger von Faktoren betroffen, die sich langfristig negativ auf Gesundheit auswirken können, darunter niedrigere Einkommen, belastende Arbeitsbedingungen oder ein niedrigeres Bildungsniveau. Der Migrationshintergrund selbst wird dabei nicht als alleinige Ursache gesundheitlicher Unterschiede betrachtet, sondern als ein Faktor, der mit verschiedenen sozialen Lebensbedingungen zusammenwirken kann.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen. Die Auswertung zeigt, dass ein Teil der Befragten Benachteiligungen aufgrund der eigenen Herkunft wahrnimmt. Solche Erfahrungen können dazu führen, dass medizinische Angebote seltener genutzt werden oder das Vertrauen in Versorgungseinrichtungen sinkt. Besonders betroffen sind Menschen, die aufgrund von Merkmalen wie Aussehen, Name oder Akzent als ausländisch wahrgenommen werden.
Die SVR-Kurzinformation formuliert daraus mehrere Handlungsempfehlungen, darunter eine diversitätssensible Gestaltung von Gesundheitseinrichtungen, bessere mehrsprachige Informationen, die Stärkung der Gesundheitskompetenz sowie eine bessere Verankerung von Sprachmittlung im Gesundheitswesen. Ziel ist es, Zugangsbarrieren abzubauen und gesundheitliche Unterschiede zu verringern.