Fratzscher: Börsenboom verschärft Vermögensungleichheit
| Marcel Fratzscher | Die Zeit

In seiner ZEIT-Kolumne Fratzschers Verteilungsfragen ordnet Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die Ergebnisse des Global Wealth Report ein. Er argumentiert, dass steigende Aktienmärkte vor allem bereits vermögende Haushalte begünstigen und dadurch die Vermögensungleichheit weiter zunimmt.

– meinungsbasierte wirtschaftspolitische Einordnung auf Grundlage aktueller Vermögensdaten – Fokus auf den Zusammenhang zwischen Börsenentwicklung, Kapitalvermögen und Vermögenskonzentration – Teil der regelmäßig erscheinenden ZEIT-Kolumne Fratzschers Verteilungsfragen.

Den Beitrag findet ihr bei DIE ZEIT.

mika-baumeister-6p-F-RIf9Ko-unsplash Foto von Mika Baumeister auf Unsplash

Ausführlicher Inhalt

Marcel Fratzscher nimmt den aktuellen Global Wealth Report zum Anlass, die Auswirkungen steigender Aktienkurse auf die Vermögensverteilung zu diskutieren. Im Zentrum seiner Argumentation steht, dass Vermögenszuwächse an den Finanzmärkten vor allem denjenigen zugutekommen, die bereits über umfangreiche Aktien- und Unternehmensbeteiligungen verfügen. Dadurch vergrößern sich bestehende Vermögensunterschiede.

Die Kolumne erläutert außerdem die Bedeutung von Kennzahlen wie Durchschnitts- und Medianvermögen und zeigt, weshalb beide Größen unterschiedliche Aussagen über den Wohlstand einer Gesellschaft ermöglichen. Anhand internationaler Vergleichsdaten ordnet Fratzscher die Entwicklung Deutschlands in den Kontext der globalen Vermögensverteilung ein und diskutiert, welche strukturellen Ursachen hinter der hohen Vermögenskonzentration stehen.

Darüber hinaus verbindet der Autor die empirischen Befunde mit wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen. Er argumentiert, dass eine zunehmende Vermögensungleichheit nicht nur Verteilungsfragen aufwirft, sondern auch Folgen für Chancengleichheit, wirtschaftliche Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben kann. Die Kolumne verknüpft damit aktuelle Daten des Global Wealth Report mit einer wirtschaftspolitischen Einordnung aus Sicht des Präsidenten des DIW Berlin.